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Leistung

Leistungstyp Forschungsprojekt (+)
 
Titel Religiöse Vergemeinschaftung in kirchlichen Bildungshäusern
 
Untertitel Untersuchung in kirchlichen Bildungshäusern
 
Beschreibung In der Sozialwissenschaft wird allenthalben der Trend zur Individualisierung konstatiert, der auch religiöse Ausdrucksformen, Gemeinschaften und Institutionen nicht unberührt lässt: Prozesse sozialen Wandels führen dazu, dass Menschen zunehmend aus angestammten sozialen Strukturen (wie Familien, Dorfgemeinschaften, kirchlichen Institutionen) freigesetzt werden. Damit erhöhen sich Möglichkeiten, aber auch Notwendigkeiten selbstbestimmter Lebensführung – zumindest in einigen Lebensbereichen. In der Religionswissenschaft wird der Niederschlag von Individualisierung in der Religiosität mit dem sich verbreitenden Typus eines „spirituellen Wanderers“ (Bochinger, Engelbrecht & Gebhardt, 2009) auf einen analytischen Begriff zu bringen versucht. Für die Religionsgemeinschaften ist mit diesen Prozessen der Individualisierung ein Bedeutungsverlust, zumindest -wandel ihrer institutionellen Struktur verbunden, auf den sie theologisch, pastoral und organisatorisch zu reagieren haben. Das hier anvisierte Forschungsprojekt geht – gestützt von entsprechenden ersten empirischen Beobachtungen aus der Religionssoziologie (ebd.) – von der Hypothese aus, dass sich Prozesse der religiösen Individualisierung nicht zuletzt im Kontext kirchlicher Bildungshäuser manifestieren. Dies lässt sich durchaus soziologisch erklären: Denn die relativ offene, eher netzwerkartig angelegte Sozialstruktur von Bildungshäusern sowie ihr inhaltliches Angebot, nämlich auf individuelle Präferenzen und Interessen abgestimmte Bildungsprozesse, scheinen einer durch Individualisierung und religiöse Selbstbestimmung geprägten Mentalität entgegenzukommen. Zugleich zeigt die bleibend institutionelle und soziale Struktur von (religiösen) Bildungseinrichtungen aber auch, dass (religiöse) Individualisierungsprozesse auf institutionelle Rahmungen und Re-Vergemeinschaftungen der „freigesetzten“ Individuen angewiesen bleiben. Diesen Tatbestand einer gewissermaßen dialektischen Individualisierung, die auch ihre Gegenbewegung der Vergemeinschaftung – freilich unter individualisierten Bedingungen – hervorbringt, hat die gegenwärtige Sozialwissenschaft auf das differenzierte Konzept der „posttraditionalen Gemeinschaft“ (Hitzler, 2008) gebracht. Insofern scheinen kirchliche Bildungshäuser ein paradigmatisches Feld, in dem sich religiöse Individualisierung und posttraditionale Vergemeinschaftung beobachten lassen. Betrachtet man diese Entwicklungen von systematisch-theologischer Seite aus, die eine wichtige Perspektive des interdisziplinären Forschungsprojektes darstellen soll, fällt eine gewisse Kongruenz der skizzierten Individualisierung und posttraditionalen Vergemeinschaftung mit dem vom II. Vatikanischen Konzil propagierten Leitbild von Kirche als „Communio“ auf. Denn beiden Sozialkonzepten ist eine gewisse Balance von Individualität und Gemeinschaftsorientierung, die eben nicht kontradiktorisch, sondern komplementär verstanden werden, zu Eigen (Kreutzer, 2013). Insofern könnten Prozesse religiöser Individualisierung und Re-Vergemeinschaftung auch aus Sicht einer theologischen Ekklesiologie, die beim II. Vatikanischen Konzil lehramtlich approbiert wurde, positiv gewertet werden. Damit besteht – gegen den ersten Anschein, Individualisierung richte sich zwangsläufig gegen das institutionell-theologische Selbstverständnis von Kirche – die Möglichkeit, den skizzierten sozialen Wandel von kirchlicher Seite theologisch, pastoral und institutionell produktiv aufzugreifen und zu gestalten. Sollten sich Individualisierung und posttraditionale Vergemeinschaftung tatsächlich im kirchlichen Bildungsbereich niederschlagen (was das Forschungsprojekt zu prüfen hat), gälte damit diesem Segment eine gesteigerte kirchliche, theologische und (religions-)pädagogische Aufmerksamkeit.
 
Schlagwörter Religiöse Vergemeinschaftung, Individualisierung, Ekklesiologie, Partizipation, Autonomie
 
 
Projektleitung gesamt
  • Kreutzer, Ansgar; Univ.-Prof. Dr.; 50%
  • Reitinger, Johannes; Dr. Dr. habil. Priv.-Doz.; 50%

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    Projektleitung intern
  • Reitinger, Johannes; habil. Dr. Priv.-Doz.; 100%

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    Status laufend
     
    Geldgeber
  • 401670 Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz

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    Laufzeit von 01.01.2017 bis 01.01.2019
     
    Sachgebiete
  • 6416 Religionspädagogik

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    verknüpfte Leistungen keine